Vollständige Beschreibung
Dieser herausragende Geigenbogen von Charles Nicolas Bazin, der um 1880 in Mirecourt gefertigt wurde, spiegelt die ausgeprägte klassische Ausrichtung der französischen Schule im späten 19. Jahrhundert wider. Er trägt die Stempelung „Lupot“ und folgt einem der traditionellen Modelle, die Bazin häufig verwendete – inspiriert von den würdevollen Proportionen und der ausgewogenen Ästhetik, die mit dem Einfluss von François Lupot auf den französischen Bogenbau verbunden sind.
Der runde Schläger ist aus orange-braunem Pernambuco-Holz von hoher Qualität gefertigt, das sich durch eine klare Maserung und strukturelle Widerstandsfähigkeit auszeichnet. Der Schlägerkopf weist die strenge, klassische Form auf, die für Bazins reife Werke charakteristisch ist – mit klaren Konturen und dennoch eleganter Ausführung, die sowohl Autorität als auch Zurückhaltung verkörpert.
Der Bogen, der mit einer Nickelbeschlagung und einem durchgehenden Frosch aus Ebenholz im „Blind“-Design (ohne Auge) versehen ist, verkörpert eine schlichte und zweckmäßige Ästhetik. Diese für bestimmte Arbeitsmodelle jener Zeit typische Beschlagwahl betont Funktionalität und Langlebigkeit und bewahrt zugleich die stilistische Kohärenz mit der klassischen, von Lupot inspirierten Form.
Beim Spiel bietet der Bogen Stabilität und Ausgewogenheit, mit einem klaren, zentrierten Klang und einer zuverlässigen Artikulation. Seine Stärke liegt in seiner kontrollierten Ansprache und seiner strukturellen Stabilität, wodurch er sich besonders gut für Musiker eignet, die Solidität und Beständigkeit ohne übermäßiges Gewicht oder Steifigkeit suchen.
Als authentisches und repräsentatives Beispiel für Charles Nicolas Bazins Produktion in Mirecourt ist dieser Bogen ein Zeugnis der beständigen klassischen Traditionen der französischen Schule im späten 19. Jahrhundert – praktisch, raffiniert und musikalisch zuverlässig.
